Vortrag ''Schwarzenbach a.d.Saale - Bilderschau Teil 1''


Samstag, 13.04.2019
18.30 Uhr
Einlass ab 17.30 Uhr
 
Schul- & Heimatmuseum
August-Bebel-Str. 30, Schwarzenbach an der Saale
Haupteingang Geschwister-Scholl-Mittelschule
Museumskino (nur 20 Sitzplätze!)
 
Kosten pro Person: 3,00 €
Dauer ca. 90 Minuten
 
HINWEIS:
geplant sind zwei Vorträge (Sa. 30. März, Sa. 6. April),
zwei Bilderschauen (Sa. 13. April, Sa. 4. Mai)
und ein Stadtrundgang (Sa. 18.05.).
Beginn: jeweils um 18:30 Uhr
 
Das Schul- & Heimatmuseum ist geöffnet von 17.30 bis 20.00 Uhr, der Bereich Industriegeschichte kann aufgrund des Vortrages nur von 17.30 bis 18.30 Uhr besucht werden.
 
Veranstalter:
Leo Johannes Cepera, Stadtführer
 
 
Bericht des letzten Vortrages:
Schwarzenbacher Stadtgeschichte, Teil 2
 
Der zweite Teil von Leo Ceperas stadtgeschichtlichem Vortrag führte die Zuhörer zurück in die Zeit, in der Schwarzenbach das Marktrecht erlangte. Immer in Verbindung zur Jetztzeit, Parallelen findend, Zusammenhänge aufzeigend und auf kleine "Geheimnisse" hinweisend, machte sich Cepera auf den spannenden Weg. Schwarzenbach wurde unter die Lupe genommen.
 
Cepera wiederholte die Bedeutung des wichtigen Zufallsfundes von Bruno Hager im Archiv in Wunsiedel: dort lagerte unbemerkt ein Schriftstück aus dem Jahr 1521 mit dem Schwarzenbacher Stadtwappen. Damit war belegt, dass Schwarzenbach nicht erst im Jahr 1610 das Marktrecht erhalten hatte, da wurde es lediglich bestätigt.
 
In dieser Zeit gab es zwei Furten durch die Saale in Schwarzenbach - eine führte die Reisenden aus Osten Richtung Hof, die zweite Richtung Münchberg. Sie lagen nahe der St. Gumbertuskirche, wenige Meter auseinander. Ein "Wal" sorgte bis Ende des 15. Jahrhunderts für Sicherheit an dieser Kreuzung, ein Hügel mit einem Wehrturm, in dem Wacht gehalten wurde. Der Name "Wallgarten" erinnert heute noch daran. Diese Wege waren die Grundlage für die Vergrößerung und die Zunahme der Bedeutung des Ortes.
 
Es gab drei Rittergüter: den Unterhof, gelegen etwa beim heutigen Rathaus, den Oberhof, ungefähr dort, wo sich heute der Würschum befindet. Das dritte Gut befand sich im damaligen Ortsteil Selkenreuth, also auf der anderen Saaleseite, gegenüber der St. Gumbertus Kirche. Cepera beschrieb eindrücklich die Lebensweise der Menschen um das Jahr 1500 herum: kleine Häuser aus Holz wurden gebaut, ein Raum mit einem Fensterladen, die Kinder schliefen auf dem gestampften Boden, nur die Eltern hatten ein Bett mit Strohmatratzen, man deckte sich mit einem Schaffell zu. In diesem Raum wurde gearbeitet, gekocht, gegessen und geschlafen, und die kleineren Tiere lebten hier ebenfalls. Eine Kanalisation gab es nicht, auch keine Wasserleitung. Man versorgte sich selbst und arbeitete als Tagelöhner. Die Kindersterblichkeit war hoch, das Durchschnittsalter niedrig. Krankheiten und Seuchen hatten ein leichtes Spiel.
 
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts begann von England aus die Industrialisierung. Der Abbau von Erzen in großem Umfang ermöglichte die Stahlherstellung, Erfindungen wie die Dampfmaschine beeinflussten Leben, Arbeit und Wohnen. Hatte es im 19. Jahrhundert im Landkreis Hof noch 4500 Handweber gegeben, so entstand jetzt die maschinenbetriebene Textilindustrie. Die Bevölkerung wuchs, von weither kamen Menschen und ließen sich in den rasch wachsenden Städten nieder. Gleichzeitig entstanden aber auch Arbeitslosigkeit und Armut. Kinderarbeit war normal, denn erst nach dem 16. Lebensjahr richtete sich der Verdienst nach dem der Erwachsenen. Kinder arbeiteten billiger für die Unternehmer.
 
Im Jahr 1848 wurde die Eisenbahn durch Schwarzenbach eröffnet, steinverarbeitende Betriebe entstanden, ihre Erzeugnisse gingen dank der Eisenbahn in alle Welt. Schwarzenbacher Granit war überall begehrt und ist heute noch an bekannten Bauwerken weltweit zu finden.
 
Im Jahre 1877 wurde die Bahnstrecke gebaut, die den Martinlamitzer Bahnhof mit sich brachte. Das erste elektrische Licht brannte in der Firma Künzel & Schedler im Jahre 1889. Die Liste der Handwerksbetriebe war lang - unglaublich viele Bäcker, Metzger, Schuster, Schreiner usw. gab es im Städtchen, so dass Jean Paul in der Wilhelmstraße in einem Brief festhielt, er könne sich nicht konzentrieren wegen dem lauten Treiben auf den Straßen.
 
Ach, ja - und die kleinen Geheimnisse:
 
+ Viele Weinstöcke gibt es in Schwarzenbacher Gärten und von deren Trauben wird ein spezieller Wein angebaut. Der Wein erinnert mit seinem Namen – „Schüdddibrüno“ an die Zeit der französischen Militärverwaltung von 1807 bis 1810.
 
+ Die Schweden nahmen neben allem, was nicht niet- und nagelfest war, auch die Kirchturmuhr mit - im Jahr 1628. (Wozu braucht man mitten im Dreißigjährigen Krieg eine Kirchturmuhr?).
 
+ Musste der Henker nach Schwarzenbach kommen, so reiste er aus Kulmbach an, ein Zeichen dafür, dass er nicht allzu oft Arbeit in Schwarzenbach hatte - es war ein weiter Weg. Und die Richtstätte befand sich am noch heute so genannten Mittelweg Richtung Schiedateich, dort wo der Weg nach Kirchenlamitz abzweigt.
 
+ Es gab eine "Bürgerwehr", und wer sich an dieser Aufgabe nicht beteiligte, durfte nicht heiraten. So wurde Gemeinschaft sichergestellt!
 
Ein wunderbarer Film "Schwarzenbach aus der Vogelperspektive" beendete einen interessanten und kurzweiligen Vortrag, der viel Beifall bekam.
 
Am Samstag, den 13. April 2019 geht es im Schwarzenbacher Schul- und Heimatmuseum in die Geschwister-Scholl-Mittelschule in der August-Bebel-Straße 30 weiter mit dem dritten Teil der "Schwarzenbacher Stadtgeschichte". Gezeigt werden alte Ansichten von Schwarzenbach – vom Bahnübergang bis zur Geschwister-Scholl-Mittelschule.
 
Die Bilderschau beginnt wieder um 18.30 Uhr. Die Museumsräume im Bereich Industriegeschichte sind bereits ab 17.30 Uhr bis zum Beginn des Vortrags geöffnet. Das Schulmuseum kann an diesem Abend durchgängig besucht von 17.30 Uhr bis 20 Uhr werden.
 
Da im Museumskino nur 20 Plätze zur Verfügung stehen, sollte man sich rechtzeitig vor Beginn des Vortrags Platzkarten zum Preis von 3 Euro besorgen.
 
Das Schulgebäude ist an diesem Tag über den Haupteingang zugänglich.
 
Ein weiterer Bilderabend wird am Samstag, 4. Mai 2019 um 18:30 Uhr stattfinden.
Ein Stadtrundgang ist am Samstag, 18. Mai 2019, Beginn 14:30 Uhr geplant. Start ist an der Geschwister-Scholl-Mittelschule in Schwarzenbach/Saale.
 
Rückfragen bitte an Leo Johannes Cepera
Tel. 0173 584 9291
 
 

 

 

Stand der Informationen: 14.10.2019