Vortrag ''Schwarzenbach a.d.Saale - Stadtgeschichte Teil 2''


Samstag, 06.04.2019
18.30 Uhr
Einlass ab 17.30 Uhr
 
Schul- & Heimatmuseum
August-Bebel-Str. 30, Schwarzenbach an der Saale
Haupteingang Geschwister-Scholl-Mittelschule
Museumskino (nur 20 Sitzplätze!)
 
Kosten pro Person: 3,00 €
Dauer ca. 90 Minuten
 
HINWEIS:
geplant sind zwei Vorträge (Sa. 30. März, Sa. 6. April),
zwei Bilderschauen (Sa. 13. April, Sa. 4. Mai)
und ein Stadtrundgang (Sa. 18.05.).
Beginn: jeweils um 18:30 Uhr
 
Das Schul- & Heimatmuseum ist geöffnet von 17.30 bis 20.00 Uhr, der Bereich Industriegeschichte kann aufgrund des Vortrages nur von 17.30 bis 18.30 Uhr besucht werden.
 
Veranstalter:
Leo Johannes Cepera, Stadtführer
 
 
Schwarzenbacher Stadtgeschichte mit Leo Johannes Cepera
Der zweite Teil ist zu hören und zu sehen am Samstag, 6. April 2019
 
Neu, alt und interessant. Leo Johannes Cepera hatte nicht zuviel versprochen. Dass ihm sein Schwarzenbach/Saale am Herzen liegt, hat er schon oft bewiesen, aber am vergangenen Samstag im Museumskino des Schul- und Heimatmuseums wurde es überdeutlich. Bis in die allerersten Entstehungsjahre der Stadt , durch die verschiedenen Stadtchroniken hat er sich wie die berühmte "Raupe Nimmersatt" durchgearbeitet. Und er versteht es, seine Arbeitsergebnisse dem Publikum spannend, anschaulich und leicht verständlich nahe zu bringen.
 
Am Ende weiß man, dass unsere Heimatregion, das Vogtland, im 11. Jahrhundert nach Christi Geburt den Vögten von Weida gehörte, und zwar nach heutigen Maßstäben etwa von Gera bis ins Hofer Land, von Falkenstein bis Lobenstein. Im Jahr 1373 wurde es nach etlichen Querelen an den Burggrafen von Nürnberg verkauft. Das "Oberland" - etwa das heutige Oberfranken - wurde durch den Zukauf von Orten zum "Ritterkanton Gebürg". Eines der Rittergüter befand sich in Schwarzenbach/Saale, das wegen der Wegkreuzungen an der Furt durch die Saale entstanden war. Die Besitzverhältnisse und das Leben der einfachen Menschen im damaligen Dorf waren schwierig - zu berücksichtigen ist, dass vom ausgehenden Mittelalter (500 bis 1500 v. Chr.) auszugehen ist, und dass etliche Kriege das Zusammenleben beeinträchtigten. Im Jahr 1430 zerstörten die Hussiten das Land, der Dreißigjährige Krieg - 1618 bis 1648 - brachte Armut und Verderben.

Schwarzenbach und das Umland gehörten später zum Fürstentum Bayreuth, zu Preußen, zur Französischen Militärregierung und wurde schließlich am 30. Juni 1810 an das Königreich Bayern verkauft. Seit dem Jahr 1918 gehört der Landstrich zum Freistaat Bayern. Vom 11. bis ins 17. Jahrhundert gehörte das Land mindestens neun verschiedenen Herrschern und Besitzern.
 
Anfang des 18. Jahrhunderts baute sich Ludwig Friedrich von Schönburg-Waldenburg eine Residenz in Förbau auf - dieses Geschlecht hatte großen und positiven Einfluss in Schwarzenbach/Saale, und Leo Cepera erläuterte die Ahnentafel und die Verdienste der einzelnen Generationen genau. Unter der Ägide dieser Familie entstanden u. a. die Waisenanstalt, das Krankenhaus Sophienstift und das Jagdschloss Fahrenbühl. Gemeinsam mit einem der Schönburg-Waldenburgs schrieb Rudolph Timper die sogenannte "Timperchronik", sie berichtet von Schwarzenbach bis zum Verkauf Anfang des 20. Jahrhunderts.

Dies und noch viel mehr berichtete der Referent. Die erste urkundliche Bezeugung der Siedlung im Jahr 1322 erklärte er, die Sage von der Gundelindenquelle fehlte nicht, die Entstehung der St. Gumbertuskirche mit den Fundsteinmauern, die Lebenserwartung der Bevölkerung: Männer wurden im Durchschnitt 34, Frauen 28 Jahre alt, die Einführung der Kartoffel im Jahr 1654 war wichtig für die Ernährung der Bevölkerung, und die Entwicklung des Namens "Schwarzenbach" wurde erwähnt: zwischen 1322 und 1797 änderte sich die Schreibweise mehr als achtmal.
 
Auch einen wichtigen und professionellen Mitforscher nannte Cepera: Bruno Hager. Er fand erst vor wenigen Jahren in Wunsiedel einen Gerichtsbrief aus dem Jahr 1521; durch diesen Fund konnte belegt werden, dass im Jahr 1610 das Marktrecht für Schwarzenbach erneuert wurde. Im Jahr 1610 kam es auch zu einem verheerenden Brand in Schwarzenbach, und weil die gesamte Bevölkerung bei einer Hinrichtung in Münchberg weilte, war niemand da, der hätte löschen können. Im Jahr darauf - 1611 - entstanden die ersten Häuser aus Stein. Etwa zweihundert Jahre später kamen 40.000 Franzosen und ließen keinen Stein auf dem anderen. Aber die Bedeutung der damaligen Fern- und Handelsstraßen machten Schwarzenbach zu einem wichtigen Ort, und als 1848 die Eisenbahn gebaut wurde, verstärkte sich das noch. Hätte jemand gewusst, dass das jetzige Hühnergäßchen einmal Bestandteil einer überregional bedeutsamen Straßenverbindung Richtung Moskau war? Nun sind wir alle schlauer.
 
Am nächsten Samstag, den 6. April 2019 geht es im Schwarzenbacher Schul- und Heimatmuseum in die Geschwister-Scholl-Mittelschule in der August-Bebel-Straße 30 weiter mit dem zweiten Teil der "Schwarzenbacher Stadtgeschichte", behandelt wird die Zeit von der Markterhebung bis zur Jetztzeit.
 
Der Vortrag beginnt wieder um 18.30 Uhr und dauert etwa 90 Minuten. Die Museumsräume im Bereich Industriegeschichte sind bereits ab 17.30 Uhr bis zum Beginn des Vortrags geöffnet; im Anschluss daran bis 20 Uhr. Das Schulmuseum kann an diesem Abend durchgängig besucht werden - von 17.30 Uhr bis 20 Uhr. Da im Museumskino nur 20 Plätze zur Verfügung stehen, sollte man sich rechtzeitig vor Beginn des Vortrags Platzkarten zum Preis von 3 Euro besorgen. Das Schulgebäude ist an diesem Tag über den Haupteingang zugänglich.
 
Leo Johannes Cepera wird dieses Angebot fortführen mit zwei Bilderabenden jeweils am Samstag, 13. April und am 4. Mai 2019 und mit einem Stadtrundgang am Samstag, 18. Mai 2019, Start ist an der Geschwister-Scholl-Mittelschule in Schwarzenbach/Saale. Beginn ist jeweils um 18.30 Uhr.
 
Rückfragen bitte an Leo Johannes Cepera
https://elsievonschwarzenbach.jimdofree.com/
Tel. 0173 584 9291

 

 

Stand der Informationen: 14.10.2019