VERSCHOBEN auf Frühjahr 2022! - „Trümmer und Traum“


Schon seit gut einem Jahr planen Ina Schnell, Frank Kühn und Claudia Plaum vom Kulturverein Schwarzenbach an der Saale einen Lesungs- und Konzertabend mit Kompositionen von Dr. med. Georg Koschate. Titel: „Trümmer und Traum“ – Musik und Texte zu Leben und Werk von Dr. Georg Koschate

Ina Schnell: „In Gesprächen über ihre „bunte“ Vergangenheit mit Flucht aus Lauban (Schlesien) und erneuter Flucht aus Gotha nach Mannheim erwähnte unser Kulturvereinsmitglied, die Schwarzenbacher Künstlerin Regina Baumann-Koschate, die Kompositionen ihres Vaters. Das machte mich als damalige (2019) Leiterin des AK Musik neugierig und ich machte mich auf die Suche. Über viele kleine Hinweise, Kontakte und Nachfragen in deutschen Archiven stellte sich heraus, dass ein großer Part der Kompositionen im Sudetendeutschen Musikinstitut in Regensburg lagert. Mit einer kleinen Delegation machten wir uns auf den Weg und hoben den Schatz.“ Der Leiter des Musikarchives Dr. Andreas Wehrmeyer zeigte sich begeistert, dass etwas aus den Tiefen des Archivs ans Licht und sogar zur Aufführung kommen könnte und bot breite Unterstützung an. Frank Kühn war als Musiksachverständiger mit vor Ort in Regensburg.

Georg Koschate, 1902 (Breslau) − 1965 (Mannheim) war leidenschaftlicher Kinderarzt. Er komponierte seit seinem 10. Lebensjahr zunächst unter Anleitung seines Vaters (Chorrektor u. Organist), dann autodidaktisch; er erlernte auch das Orgelspiel. In jungen Jahren ahnte er bestimmt noch nicht, dass sein Leben alles andere als ruhig verlaufen würde. Nachts komponierte der Vater von drei Kindern, während er tagsüber in seiner Praxis in Lauban arbeitete. 700 Werke und einige Instrumente neben anderen wertvollen Gegenständen aus dem Familienbesitz musste die Familie Koschate in Schlesien durch die Flucht 1945 zurücklassen. Trotz widriger Lebensumstände und gesundheitlicher Probleme komponierte er nach 1945 weitere 80 Werke, die auch z.B. mit dem Dresdner Kreuzchor, dem Landessinfonieorchester Thüringen oder durch Musiker des Mannheimer Nationaltheaters zur Präsentation kamen.

Regina Baumann-Koschate sollte – so die ursprüngliche Veranstaltungsplanung − im moderierten Gespräch Stationen aus dem bewegten Leben der Familie Koschate in den Fokus rücken, die mit den dann zu hörenden Kompositionen korrelieren. Zuerst verschob sich der geplante Termin coronabedingt mehrfach und dann verstarb Regina Baumann-Koschate leider am 1. August. Die Initiatoren beschlossen, den Abend - etwas modifiziert - stattfinden zu lassen.

An diesem Abend dürfen sich die Zuhörer und Zuhörerinnen auf eine Auswahl an Kompositionen freuen: kurze, u.a. auch jahreszeitlich geprägte Stücke werden vom Trio Kühn (Andreas Kühn, Dresden, Klavier; Josepha Kühn, Dresden, Violoncello und Gesang; Frank Kühn, Münchberg, Querflöte) vorgetragen. Wollte man die umfangreicheren weltlichen und geistlichen Kompositionen vorstellen − darunter auch die namensgebende „Trümmer und Traum“ – würde das den Rahmen der Veranstaltung sprengen. Claudia Plaum liest Auszüge aus der von Hilde Koschate, geb. Hussel (=> 1949 gründete ein Familienzweig Süßwaren Hussel) niedergeschriebenen Familienchronik und von Regina Baumann-Koschate verfasste, den Zeitgeist beschreibende Geschichten aus ihrem Bändchen „Kutsche fahren“. Ina Schnell führt ein mit der Vita von Georg Koschate und berichtet von ihrer Suche nach den Werken.

Die Veranstaltung ist auf das Frühjahr 2022 VERSCHOBEN!
 
 
 
Frank Kühn vom Kulturverein Schwarzenbach an der Saale
 
 
Ina Schnell, damalige Leiterin des Arbeitskreises Musik des Kulturvereins
 
 
Dr. Georg Koschate mit seiner Tochter Regina Baumann-Koschate (rechts)
 
 
Hilde und Georg Koschate
 
 
Dr. Georg Koschate (links)

 

 

Stand der Informationen: 04.11.2021