Wiedereröffnung des Hallenbades


Am 17.09.2021 konnte die Stadt in Anwesenheit u. a. von Regierungsvizepräsident Thomas Engel sowie Landrat Dr. Oliver Bär die Wiedereröffnung des Hallenbads mit einem kleinen Festakt und einem anschließenden „Tag der offenen Tür“ feiern, den rund 200 Besucher nutzten um sich einen Eindruck von der gelungenen Sanierung zu verschaffen.

1. Bürgermeister Hans-Peter Baumann ging in seiner Ansprache auf die umfangreiche und für Schwarzenbach wichtige Maßnahme ein. „Unsere Jean-Paul-Grundschule wurde in ihrem ersten Bauabschnitt einschließlich des Hallenbades im Jahr 1972, also vor bereits 49 Jahren in Betrieb genommen. Das Hallenbad und ein Großteil der Technik befand sich bis vor Kurzem folglich noch in einem Zustand wie vor fast 50 Jahren.

Im Rahmen des kommunalen Investitionsprogrammes 1 wurde bereits mit einem Aufwand von über 600.000 Euro im Jahr 2017 die Heizungsanlage erneuert sowie die Barrierefreiheit vom Eingang bis ins Wasser hergestellt.

Im August 2017 erfolgte die Ausschreibung des Förderprogrammes „Kommunales Investitionsprogramm-Schule“, in dessen Rahmen der Bund dem Freistaat rund 293 Mio. Euro zur Verfügung gestellt hat. Hierfür möchte ich mich bei Herrn MdB Dr. Hans-Peter Friedrich bedanken, der als Bundestagsabgeordneter hierfür verantwortlich ist. Letztlich sollten ca. 7 Mio. Euro in den Landkreis Hof fließen. Um einen möglichst hohen Anteil nach Schwarzenbach an der Saale zu bekommen, bestand die Kunst darin, das richtige Projekt auszusuchen.

Bei der Bestandsaufnahme unserer Schulen einschließlich des Hallenbades ergaben sich eine Vielzahl potenzieller Baustellen, die im Rahmen des Antragsverfahrens hätten berücksichtigt werden können. Auf der einen Seite war mir aufgrund von Gesprächen mit den Bademeistern und unserem Bauamt bewusst, dass im Bereich der Badetechnik dringender Handlungsbedarf bestand und sogar die Standfestigkeit des Beckens fraglich war. Auf der anderen Seite war mir aufgrund von Gesprächen mit Frau Regierungspräsidentin Piwernetz bekannt, dass auch ihr die Notwendigkeit einer guten Schwimmausbildung am Herzen lag und sie sich für die Erhaltung der Bäder einsetzt. Damit war mir klar: Sollten wir die Chance nutzen wollen, Fördermittel nach Schwarzenbach zu bringen, so bietet sich als Projekt unser Hallenbad an.

Im Landkreis selbst wurden durch die Gemeinden insgesamt ca. 42 Mio. Euro für eine Vielzahl von Projekten angemeldet. Letztlich sollten rund 7 Mio. Euro in den Landkreis Hof fließen, wovon auf Schwarzenbach entsprechend dem Bewilligungsbescheid vom 24.07.2019 ein stolzer Förderbetrag von 2,33 Mio. Euro auf die Sanierungsmaßnahme der Schwimmhalle entfielen.

Kurz einige Daten zum Ablauf:

Die Fördermittel wurden nach Erstellung einer Sanierungsstudie durch die Firma IST EnergiePlan GmbH, Herrn Schreier, im April 2018 beantragt.

Im Dezember 2018 erfolgte der Beschluss des Stadtrates Herrn Architekt Bretschneider sowie die Fachplaner mit der Planung zu beauftragen. Bereits im Januar 2019 erfolgte dann durch den Stadtrat der Durchführungsbeschluss der Maßnahme. Die Regierung von Oberfranken erklärte im Februar 2019 den vorläufigen Maßnahmenbeginn, so dass der Stadtrat ab Mai 2019 mit einer Vielzahl von Beschlüssen die jeweiligen Aufträge vergab.

Einziger Wehrmutstropfen im Rahmen der Sanierung des Hallenbades war für mich gewesen, dass sich der Stadtrat im März 2019 nicht mehrheitlich für den Anbau eines sogenannten Kinderbeckens entschieden hatte.

Vor welchen Herausforderungen standen Planer und die ca. 50 beauftragten Firmen?

Die große Herausforderung lag im Bauen am Bestand. Abweichend zur Ursprungsplanung befanden sich z.B. die Räume nicht im rechten Winkel oder die Ebenen des Rohfußbodens nicht auf einer Höhe. Anforderungen an die Technik-Komponenten und deren Größe unterschieden sich in erheblicher Weise zu denen vor 50 Jahren. Auch mussten die aktuellen Brandschutzvorschriften im bestehenden Gebäude umgesetzt werden. So musste die Gasleitung von außen ins Gebäude verlegt werden, eine Baustelle für sich, wie das Bauamt mir mitteilt.

Neben der Sanierung erheblicher Teile der Betonbeckenwanne musste die Betondecke zwischen dem Schwimmbecken und der Nordfassade gänzlich entnommen und wieder neu aufgebaut werden.

Wichtig war mir darüber hinaus, das Fliesenwandbild von Karl Bedal zu erhalten.

Aber sprechen wir lieber über das Positive, dass die Besucher nunmehr mit der Sanierung unseres Hallenbades erhalten werden:

So konnten wir den Umkleide- und Duschbereich modern und familienfreundlich gestalten. Sie finden heute größere Familienumkleiden vor, ebenso einen eigenen Sanitärbereich einschließlich Dusche für Familien.

In der Schwimmhalle selbst fällt sicherlich zunächst das Edelstahlbecken auf. Der Einstiegsbereich hierzu wurde vergrößert und mit Wasserspeier und Massagedüsen versehen. Die mitverbaute Beckenbeleuchtung dient zwar auch der Optik, aber insbesondere der Sicherheit der Schwimmer. Die ehemals dunkle Decke gehört der Vergangenheit an.

Allein durch den Einbau einer Beckenabdeckung für die Zeiten außerhalb des Schwimmbetriebes werden wir zukünftig rund 9.000 Euro an Energiekosten und 1.000 Euro für verdunstendes Wasser einsparen. Ebenso werden wir mit dem Einbau stromsparender Technik und LED-Beleuchtung weitere Energie einsparen.

Um die Sanierung des Hallenbades in seinem Gesamtbild abzuschließen, musste die Stadt noch rund 200.000 Euro investieren, um den einsturzgefährdeten Parkplatz zu sanieren.

Es freut mich, dass wir nun, nach der umfangreichen Sanierung ein attraktives und hoffentlich über Jahrzehnte hinweg funktionsfähiges Hallenbad in der Stadt Schwarzenbach an der Saale besitzen. Hiervon werden die Schülerinnen und Schüler unserer beiden Schulen, aber auch die aus Kirchenlamitz und Oberkotzau profitieren. Dies gilt auch für die Wasserwacht, die Turnerschaft Schwarzenbach oder die DLRG Oberkotzau, die das Hallenbad für die wichtige Schwimmausbildung benutzen. Hierbei gilt mein herzliches Dankeschön den Aktiven der Vereine, die sich mit ihrem Engagement für die Jugend einsetzen. Betrachte ich die Ortsgruppe der Wasserwacht hier in Schwarzenbach, so ist das Hallenbad nicht nur ein wichtiger Bestandteil des Vereinslebens, sondern auch zwingende Notwendigkeit und Voraussetzung, damit der Wachdienst am Förmitzspeicher sowie der allgemeine Sanitätsdienst geleistet oder die Helfer vor Ort betrieben werden können. Mein herzlicher Dank für Euer Engagement.

Auf die Wiedereröffnung warten ebenso die Gruppen des Reha-Sports wie unsere Jüngsten auf das Babyschwimmen.

Bedanken möchte ich mich aber auch beim Stadtrat für die notwendige Begleitung und Beschlussfassung, dem Bauamt, hier insbesondere Herrn Bauamtsleiter Reihl und Herrn Vogel und unseren beiden Bademeistern, die zusammen mit dem Architekten Herrn Bretschneider und dem Fachplaner, insbesondere der Firma Ist, den Bau begleitet haben. Mein Dank gilt den 50 Firmen aus Deutschland, Tschechien und Österreich, die letztlich die umfangreichen Sanierungsarbeiten durchgeführt haben.

Die Kosten für die aktuelle Sanierung betrugen rund 3,9 Mio. Euro brutto. Berücksichtigen wir noch die Kosten für die Sanierung des Parkplatzes und die aus der Sanierungsmaßnahme aus dem Jahr 2017 für die Herstellung der Barrierefreiheit und Neuaufstellung der Heizungszentrale, so wurden seitens der Stadt in den letzten 4 Jahren rund 4,8 Mio. Euro investiert.

Mein herzlicher Dank gilt abschließend der Regierung von Oberfranken, insbesondere Frau Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz, die in ihrer weisen Entscheidung dafür Sorge getragen hat, dass Netto-Fördermittel von 2,33 Mio. Euro für die aktuellen Sanierungsmaßnahmen nach Schwarzenbach fließen werden, ohne die die wichtige und zukunftsträchtige Hallenbadsanierung nicht hätte durchgeführt werden können.

Mein Dank gilt ebenso Herrn Landrat Dr. Bär, der die gesamten Wünsche der Landkreisgemeinden koordinieren musste und letztlich unseren Antrag unterstützt hat.

Ich wünsche allen Besuchern unseres Hallenbades, vom Baby bis zum Senior oder der Seniorin Freude in und mit unserem Hallenbad. Dies gilt natürlich auch für die Mitarbeiter der Stadt Schwarzenbach. Auf dass wir unser Hallenbad noch für Jahrzehnte unfallfrei nutzen können.

Ich freue mich auf den kommenden Montag, an dem wir den Vereinen und auf Dienstag, an dem wir den Schulen und der Öffentlichkeit unser Hallenbad wieder zur Verfügung stellen können.“
 
 
 

 

Stand der Informationen: 14.10.2021