Der Landkreis Hof informiert


Sturzprävention

Die Wohnberatungsstelle möchte Sie ermutigen, einmal den Blick auf Alltägliches zu richten.

Die meisten Unfälle passieren zu Hause. Nur wenn man sich bewusstmacht, wo und was die Gefahrenquellen sind, kann man vorsorgen. Grundsätzlich leben wir mit dem Risiko zu stürzen, das fängt schon als kleines Kind an – das gehört zum Leben! Gesunde Menschen sind in der Regel in der Lage den Sturz zu vermeiden oder abzufangen. Kranke und ältere Personen erleiden immer wieder folgenschwere Verletzungen, von denen sie sich meist nur sehr langsam erholen. Viele die bereits einmal gestürzt sind, entwickeln eine große Angst davor, dass es „wieder passieren wird“. Sie vermeiden darauf hin Aktivitäten und dadurch baut sich Muskulatur, Kraft und Beweglichkeit ab.

Was kann ich selbst tun, damit es nicht soweit kommt?

  1. Platz schaffen: Ausreichend Bewegungsfläche ist wichtig, besonders dann, wenn für die Bewegung eine Gehhilfe genutzt wird. Durch Umstellen oder Entfernen von Möbelstücken kann hier entsprechend angepasst werden.
  2. Sitzmöbel: Der Lieblingsplatz sollte in Höhe und Form individuell angepasst sein, sodass das Hinsetzen und Aufstehen erleichtert wird. Vom Schreiner ausgeführte Möbelerhöhungen bieten eine einfache Abhilfe. Ein Sessel mit Aufstehfunktion ist eine komfortable Erleichterung. Idealerweise befindet sich das Telefon in greifbarer Nähe.
  3. Stolperfallen: Teppichkanten, lose Läufer, schummriges Licht oder freiliegende Kabel stellen Stolperfallen dar. Teppiche können mit rutschhemmenden Unterlagen gesichert werden. Anstatt loser Kabel kann die fachgerechte Verlegung neuer Steckdosen an der richtigen Stelle sinnvoll sein.
  4. Beleuchtung: Mit zunehmendem Alter verlieren die Augen an Sehschärfe und die Lichtempfindlichkeit nimmt zu. Es sollten daher mehrere blendfreie Lichtquellen zur Verfügung stehen, die in ihrer Leuchtstärke regulierbar sind und eine zielgerichtete Nutzung ermöglichen. Die Lichtschalter sollten vom Sitzplatz aus erreichbar oder über eine Fernbedienung zu steuern sein.
  5. Treppenstufen: Geschlossene Stufen ohne Überstände erhöhen die Sicherheit beim Begehen der Treppe. Glatte Stufe begünstigen Stürze. Deshalb sollten für Stufen und Podeste rutschhemmende Materialien verwendet werden. Farbige Markierungen an den Stufenvorderkanten erleichtern die Orientierung bei eingeschränkter Sehfähigkeit. Extreme Sturzgefahr besteht immer, wenn Gegenstände auf der Treppe abgelegt werden!
  6. Hilfsmittel: Die Krankenkassen finanzieren Hilfsmittel, die im Einzelfall erforderlich sind. Voraussetzung für die Bewilligung ist eine ärztliche Verordnung. Vorab können Sie sich in einem Sanitätshaus fachlich beraten lassen.

Das sind nur ein paar wenige Beispiele. Gehen Sie aufmerksam durch Ihr Zuhause! In der Regel kosten die Maßnahmen zur Sturzprävention nicht viel und sind leicht umsetzbar!

Mehr Informationen und eine Checkliste finden Sie im neuen Seniorenwegweiser, Ausgabe 2021.

Isolde Guba, Wohnberatungsstelle für den Landkreis Hof, Schaumbergstr. 14 in 95032 Hof Tel. 09281/57 530, E-Mail: wohnberatung@landkreis-hof.de
 
Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.

 

Stand der Informationen: 25.01.2021