Bürgerinformation und Bürgerbeteiligung Stegmühle


In Fortsetzung der Bürgerbeteiligung von Juli und August 2019 besteht die Möglichkeit für alle Bürgerinnen und Bürger, sich an den Planungen zur weiteren Entwicklung des Stegmühlengeländes in Schwarzenbach a.d.Saale zu beteiligen.
 
Die Kernfrage ist, ob das eigentliche Mühlengebäude erhalten oder abgerissen werden soll. Hierüber können die Schwarzenbacher Bürgerinnen und Bürger abstimmen und, sofern gewünscht, eigene Vorschläge unterbreiten.
 
Dies kann im Rathaus sowie online bis zum 21.10.2020 erfolgen.
 
Weitere Informationen:
 
1.
Die Stadt ist seit 2018 Eigentümerin des Grundstücks Lorenz-Summa-Straße 2 in Schwarzenbach, der sogenannten Stegmühle. Ein Wasserrecht gehört nicht mehr zur Mühle.
 
Seitens der Stadt Schwarzenbach a.d.Saale wurde das Grundstück Lorenz-Summa-Str. 2 im Rahmen der Förderoffensive Nordostbayern angemeldet. Ziel war und ist die Neugestaltung des Areals. Zwischenzeitlich hat das Wasserwirtschaftsamt Hof erklärt, in Erfüllung der „Europäischen Wasserrahmenrichtlinie“ Maßnahmen im Bereich des sogenannten "Malerwinkels" vorzunehmen. Insofern ist die aktuelle Planung des Wasserwirtschaftsamts die Hochwassermauer im Bereich der Stegmühle zu entfernen und hierdurch u.a. eine weitere Verbesserung des Hochwasserschutzes zu erreichen. Dazu ist es notwendig, zumindest Wohnhaus und Stallgebäude zu entfernen. Diesem Konzept hat der Stadtrat mit Beschluss vom 2.7.2019 zugestimmt. Ein Neubau in dem Bereich ist nicht möglich, da sich dieser im vom Hochwasser ungeschützten Bereich befinden würde.
 
Ausschnitt aus der Erstplanung 2019
 
Im Juli und August 2019 erfolgte eine Bürgerbeteiligung im Hinblick auf die zukünftige Gestaltung des Grundstücks. Es entstand ein breiter Konsens hinsichtlich der Aufwertung des Grundstücks im Rahmen der Saaleauen, u.a. in Verbindung mit der Errichtung eines Wasserspielplatzes sowie einer barrierefreien Wegeverbindung von der Lorenz-Summa-Straße zum Kirchsteig. Hinsichtlich des Mühlengebäudes an sich bestand der Wunsch, dass zumindest Teile der Mauer und der Technik erhalten bleiben sollten. Ein Hinweis auf das Mühlengebäude allein z.B. durch eine Tafel wurde nicht als ausreichend angesehen.
 
Auf Basis dieses Bürgerwillens wurde ein Architekturbüro beauftragt, die Pläne in diesem Sinne fortzuschreiben. Hierbei sollte jedoch darauf Wert gelegt werden, dass die Technik nicht durch die Witterung in Leidenschaft gezogen und die Verkehrssicherheit für die Besucher eingehalten wird.
 
Seitens der Architekten wurde der Auftrag insofern umgesetzt, als das Mühlengebäude (nicht der Wohn- und Stalltrakt) als Kalthaus vollständig erhalten bleiben sollte.
 
Ausschnitt aus dem Planvorschlag April 2020
 
Der Stadtrat hat in der Sitzung vom Mai 2020 eine mit der Förderseite, hier die Regierung von Oberfranken, abgestimmte Vorlage mit knapper Mehrheit abgelehnt. Diese Vorlage sah vor, das Mühlengebäude als Kalthaus zu erhalten sowie die restlichen Gebäudeteile abzureißen. Darüber hinaus war die Gestaltung der Freiflächen vorgesehen. Seitens des Stadtrates wurde daraufhin beschlossen, sämtliche Gebäudeteile abzureißen.
 
Durch die Verwaltung wurde abgeklärt, ob eine Förderung durch die Regierung von Oberfranken im Rahmen der Förderoffensive oder einer anderen städtebaulichen Förderungsmaßnahme bei einem Totalabriss möglich sei. Mit Schreiben vom 14.09.2020 wurde seitens der Regierung von Oberfranken dargelegt:
 
„Der komplette Abbruch des Anwesens würde auch nach deren Ansicht (Bay. Landesamt für Denkmalpflege) zu einem irreversiblen Verlust des Mühlengebäudes und seiner vorhandenen städtebaulichen und geschichtlichen Bedeutung führen…. Einen Komplettabbruch können wir aus diesen Gründen nicht vertreten“.
 
Darüber hinaus hat sich die Verwaltung mit den Kritikpunkten und Anmerkungen des Stadtrates zur im Mai 2020 vorgelegten Planung hinsichtlich des Mühlengebäudes beschäftigt. Die Planung wurde zwischenzeitlich weiterentwickelt.
 
Planvorschlag September 2020
 
Das Innenleben der Mühle könnte erhalten bleiben und durch Öffnungen in der Gebäudehülle sichtbar gemacht werden. Mit modernen Medien kann z. B. die Mühle oder der Wasserlauf der Saale erklärt und visualisiert werden. Führungen in der Mühle sind nach Absprache möglich.
 
Aus städtebaulicher Sicht bliebe die Abstufung vom Dach der Kirche über das des Pfarrhauses und dem Mühlengebäude erhalten.
 
 
2.
Für den Fall des Totalabrisses wird eine Förderung der Maßnahme durch die Regierung von Oberfranken nicht erfolgen. So müssten sämtliche Kosten seitens der Stadt Schwarzenbach a.d.Saale allein getragen werden.
 
Bei dem Erhalt des Mühlengebäudes wird eine Förderung der Maßnahme jedoch in Höhe von 90 % der sogenannten förderfähigen Kosten in Aussicht gestellt.
 
In Anbetracht der Erklärung der Regierung von Oberfranken vom 14.09.2020 sowie der Beurteilung durch das Bay. Landesamt für Denkmalpflege und der fortgeschriebenen Planung hat sich der Stadtrat in der Stadtratssitzung vom 22.09.2020 mit großer Mehrheit dafür ausgesprochen, die Planung unter Erhaltung des Mühlengebäudes fortzuschreiben und nachfolgend nochmals zu entscheiden.
 
 
3.
Die entsprechenden Pläne von Juni 2019 sowie April und September 2020 sind auf der Homepage der Stadt einsehbar und hängen im Foyer des Rathauses aus.
 
Im aktuellen Schritt geht es um das Mühlengebäude mit Umfeld einschließlich der Remise. Vor der weiteren Außengestaltung stehen noch die konkreten Planungen des Wasserwirtschaftsamtes bezüglich der Versetzung der Hochwassermauer u.a. an.
 
Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Schwarzenbach sollen auch in die weiterführende Planung mit einbezogen werden. Es ist ausdrücklich gewünscht, Stellungnahmen sowie Vorschläge und Ideen zu übermitteln. Um Rücklauf bis zum 21.10.2020 wird gebeten.
 
 
weitere Informationen:
 
Die Pläne können auch im Foyer des Rathauses während der allgemeinen Öffnungszeiten eingesehen werden.
 

 

Stand der Informationen: 22.10.2020