Landratsamt weist auf Änderung des Waffengesetzes hin


Strengere Regeln zur Aufbewahrung von Waffen und befristete Amnestie-Regelung für unberechtigte Waffenbesitzer

Das geänderte Bundesgesetz sieht vor, dass scharfe Waffen und Munition zukünftig in noch widerstandsfähigeren Sicherheitsbehältnissen aufzubewahren sind. Die neuen Anforderungen schreiben vor, dass entsprechende Behältnisse deutlich schwieriger aufzubrechen sind. Kriminelle können die Behälter wegen ihres höheren Gewichts zudem schwerer mitnehmen. Um insbesondere Jäger und Schützen vor übermäßigen finanziellen Belastungen zu schützen, sind weitgehende Bestandschutzregelungen enthalten.

Schusswaffen und Munition sind nach der Reform des Waffengesetzes in speziellen Sicherheitsbehältnissen mit dem Widerstandsgrad „0“. aufzubewahren. Weniger widerstandsfähige Sicherheitsbehältnisse, die nach bisheriger Gesetzeslage noch als gleichwertig anzusehen waren, dürfen künftig von neuen Waffenbesitzern grundsätzlich nicht mehr verwendet werden. Wer seine Waffe aber bereits in einem der bislang zulässigen Sicherheitsbehälter ordentlich verwahrte, darf dies auch weiterhin tun. Die neuen Anforderungen gelten nämlich nur für Neubesitzer von Waffen. Wird ein bislang zulässiges Behältnis ohnehin in der häuslichen Gemeinschaft genutzt, darf es zudem auch von Neu-Waffenbesitzern verwendet und (auch) im Erbfall weiter eingesetzt werden. Mit der Gesetzänderung tritt auch eine zeitlich befristete Amnestie-Regelung für unberechtigte Waffenbesitzer in Kraft. Wer unerlaubt eine Waffe besitzt, kann sie bis zum 1. Juli 2018 einer Waffenbehörde oder der Polizei übergeben, ohne wegen des illegalen Besitzes und des Transportes eine Strafe fürchten zu müssen. Eine entsprechende Amnestie-Regelung im Jahr 2009 war ein großer Erfolg. Bundesweit konnten seither ca. 200.000 Schusswaffen aus dem Verkehr gezogen werden.

In diesem Zusammenhang weist das Landratsamt Hof auch auf eine Änderung des Sprengstoffrechts hin. Die lang erwartete Änderung des § 49 Satz 2 der 1. Verordnung zum Sprengstoffgesetz ist am 17.06.2017 in Kraft getreten. Altes Treibladungspulver darf demnach jetzt wieder verwendet werden. Das seit 6. April 2015 geltende Verwendungsverbot von Explosivstoffen, die nicht der neuen Kennzeichnung entsprechen, für Endverbraucher wurde wieder aufgehoben. Das bedeutet, dass „altes“ Treibladungspulver, welches seit dieser Zeit nur noch gelagert oder vernichtet werden durfte, ab 17. Juni 2017 von seinen Besitzern (Jäger und Schützen) wieder verwendet werden kann.

Für Fragen steht Jürgen Bauer, Leiter des zuständigen Fachbereiches Sicherheitsangelegenheiten, Gewerbe-, Gesundheitswesen, Jagd, Fischerei, Landwirtschaft, Veterinärwesen unter Tel. 09281/57-258 gern zur Verfügung.

 

 

Stand der Informationen: 19.07.2017